Das W-Seminar „Kriminalliteratur“ auf der Frankfurter Buchmesse

Am vergangenen Freitag, den 12. Oktober, stattete das von Frau Dr. Meußer geleitete W-Seminar „Kriminalliteratur“ der Frankfurter Buchmesse einen Besuch ab. Nach einigen Schwierigkeiten kam der Kurs wohlbehalten und motivationsgeladen schließlich am Messegelände an – und hatte für knapp vier Stunden freie Bahn. Die einzige Aufgabe: An einer einzigen Veranstaltung teilnehmen. Voller Tatendrang und Stöberneugierde stürzten wir uns in die Halle 3.0, wo überwiegend Jugendbuchverlage aufzufinden sind. Uns erwartete eine Fülle an verschiedenen Werbematerialien und Geschenken: vielschichtige Kataloge und Prospekte, bunt gefärbte Lesezeichen, gefüllte Turnbeutel und Taschen, ja, sogar das ein oder andere Buch schaffte es in unsere Sammlung. Jede Aktion wurde von uns dokumentiert. Wir unterhielten uns sehr nett mit zwei jungen Juroren des Deutschen Jugendliteraturpreises, der am folgenden Abend verliehen werden sollte. Wir stellten uns auch geduldig bei einer Signierstunde an, bis wir merkten, dass diese erst am nächsten Tag stattfinden würde.

Leicht verpeilt, aber begeistert und neugierig – diesen Eindruck mussten wir wohl auf andere Besucher der Messe machen. In den letzten Minuten, die uns blieben, erledigten wir die einzige Aufgabe, die uns von unserer W-Seminarlehrerin gegeben worden war. Und was erwartet man von drei Jugendlichen, die die Leidenschaft zum Lesen teilen? Richtig, wir statteten unserem Held aus frühen Kindertagen, Paul Maar, dem kreativen Kopf hinter dem „Sams“, einen Besuch ab und lauschten einige Minuten seiner höchst kinderfreundlichen Vorstellung und Lesung zu seinem neuen Buch. Leider war dann unsere Messebesuchszeit auch schon vorbei.

Wir machten uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt, liefen dabei selbstverständlich in die komplett falsche Richtung, aus Zeitdruck und lauter Eile rannten wir schwer bepackt mit je zwei vollen Tüten Lesestoff einmal quer über das gesamte Messegelände – bis wir dann doch zwei Minuten zu spät und schwer atmend zu dem restlichen Kurs stießen. Wenn man fragen würde, was uns von der Exkursion geblieben ist: schweißgetränkte Kleidung, zahlreiche witzige Fotos, unüberschaubar viele Prospekte und der Gedanke zurück an einen ereignisreichen, spaßigen, aber auch anstrengenden Messetag.

Johannes, Melissa & Hannah

Wir besuchten auf der Frankfurter Buchmesse die Veranstaltung ,,Schmuckziegel“. Dort konnte man auf eine alte chinesische Art besondere Zeichen, die Schutz oder Glück versprechen, auf handgeschöpftes Papier drucken, indem man einen Ziegel unter das Papier legte, das Papier anfeuchtete und daraufhin mit einem kleinen Stoffsäckchen mit schwarzer Tinte das Papier betupfte. Währenddessen unterhielten wir uns mit der Frau  am Stand. Sie erzählte, dass viele Autoren und Verlage aus dem Ausland nach Frankfurt kommen, um Werbung für ihre Bücher zu machen. Auch werden die Lizenzen von ausländischen Büchern verkauft, um diese in eine andere Sprache übersetzen zu können.

Dank dem W-Seminar Krimis konnten wir am Freitag, den 12. Oktober, einen Ausflug zur Frankfurter Buchmesse unternehmen.

Da ich zuvor noch nie dort gewesen war, wusste ich nur ungefähr, was mich erwarten würde, aber im Nachhinein hat die Buchmesse meine Vorstellungen noch weit übertroffen. Wir fanden uns zwischen vielen engagierten Verlagsleuten und Büchern für jeden Geschmack in riesigen Hallen wieder, in denen die neuesten Erscheinungen präsentiert und vermarktet wurden. Außerdem fanden Lesungen, Aktionen und viele verschiedene Veranstaltungen statt, die nicht immer etwas mit dem Buch zu tun haben. In der von uns besuchten Veranstaltung ging es um etwas, das beim Bücher-Lesen nicht fehlen darf: der Kaffee. Vorgestellt wurde ein neuer, fair gehandelter Bio-Röstkaffee einer Frauengenossenschaft in Honduras, die mit der Organisation GEPA zusammenarbeitet. Hergestellt wird der hochwertige Kaffee vor Ort, und die Kaffeebäuerinnen leisten viel, um den Kaffee exportieren zu können, wie uns eine Mitwirkende der Genossenschaft – natürlich auf Spanisch – mitteilte, die extra aus Honduras angereist war. Tatsächlich erhielten wir auch eine Kostprobe des wirklich sehr empfehlenswerten GEPA-Kaffees! Des Weiteren stellte sich noch die Gründerin des Restesupermarktes „The Good Food“ aus Köln vor. Sie gibt Produkten eine Verkaufschance, die in anderen Supermärkten aussortiert werden, wie Obst- und Gemüse, das eine Druckstelle aufweist. Diese Produkte werden von vielen ehrenamtlichen Helfern in dem Laden verkauft – ebenfalls eine beeindruckende Leistung. Aber damit sind noch lange nicht alle Seiten der Buchmesse genannt, wir konnten uns aber nur einen Überblick über einige Hallen verschaffen. So blieb aber noch genug Zeit für eine heiße Tasse Tee im Yogi Tea Lesezelt, wo junge Autorinnen in einer gemütlichen Atmosphäre ihre Bücher vorstellten. Alles in allem hat mich die Buchmesse wirklich begeistert und ich habe schon beim Verlassen den Entschluss gefasst, auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederzukommen (ob mit der Schule oder privat, sei dahingestellt, aber es wird sich sicher ein Weg finden :-).

Antonia

Im Anschluss daran besuchten wir die Showdes Kabarettisten Nico Semsrott, was sehr amüsant war, denn er erzählte vom Kalender des Scheiterns und was man sonst noch braucht, um sich und andere zu demotivieren. Danach versuchten wir uns einen Gesamtüberblick zu verschaffen, indem wir durch einige Hallen liefen. Das Messegelände ist allerdings so riesig, dass man am Ende natürlich nur kleine Einblicke gewinnen konnte. Alles in allem hat mir der interessante Ausflug sehr gut gefallen.

Jodie & Leonie

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf der Frankfurter Buchmesse und für mich als kompletter Messe-Neuling war das alles erst einmal ziemlich erschlagend. Von Halle zu Halle auf Rollbändern wie im Flughafen, die riesigen Banner an der Decke und meterhohe Regale voll mit Büchern. Also drängelten wir durch die endlosen Gänge, bis wir zum Thalia-Stand kamen. Zufälligerweise begann dort gerade eine Signierstunde der Autorin Gisa Pauly – und ich gehörte zu den ersten zehn Messebesuchern in der Reihe, die ihr neues Buch gratis und natürlich mit Signatur bekamen. Um ehrlich zu sein, hatte ich gedacht, dass ich noch ein paar Fragen zu meinem neuem Gratisbuch stellen könnte, aber sie  hatte schon mit dem nächsten weitergemacht. Immerhin konnte ich am Stand des  KBV-Krimi Verlags noch ein paar Fragen stellen. Jedoch fand ich den neusten Eiffel-Krimi nicht sonderlich interessant, aber die Taktik des Autors, die Handlung immer an berühmten Orten, die der Leser auch besuchen kann, stattfinden zu lassen, schon. Das waren die wichtigsten Ereignisse bei meinem ersten Messebesuch. Nächstes Jahr komme ich auf jeden Fall an mehreren Tagen, um alles zu sehen und mir mehr Zeit lassen zu können.

Leon

Als Fachbesucher kam unser W-Seminar auf die Frankfurter Buchmesse. Viele bekannte Autoren stellen hier ihre Bücher vor, unter ihnen war auch Jonas Jonasson –  der Autor von „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“.  Unmittelbar vor dem Start der Messe veröffentlichte er einen zweiten Teil des Erfolgsromans, der sofort wieder ein Bestseller wurde. Damit war er natürlich unverzichtbar auf der Buchmesse in diesem Jahr. In seiner Vorstellung zeigte er unter anderem die Beweggründe für einen zweiten Band auf.

Offenbar ist Jonas Jonasson ein sehr humorvoller Mensch, der beim Schreiben seiner Werke Erlebtes verarbeitet. So auch bei diesem Buch. Er sagte, er habe „es im Gefühl gehabt, dass nun der richtige Zeitpunkt ist.“ Er gibt seinen Charakteren eine Persönlichkeit, die seiner eigenen unfassbar ähnlich ist. Was er genau mit seinen Büchern sagen will, bleibt allerdings geheim, die Fans interpretieren aber für ihr Leben gerne. Jonasson ist damit ein Autor, der seine Bücher aus Leidenschaft verfasst und nicht um Geld zu verdienen, was natürlich ein positiver Nebeneffekt ist.

Kira

Da ich vorher noch nie auf der Buchmesse war, war ich schon gespannt und wurde sehr positiv überrascht. Die großen Hallen mit den ganzen Büchern, Ständen, Menschen und Veranstaltungen waren schon sehr beeindruckend. Wir sind beim Besichtigen des Bereiches Tourismus und Sachbücher auf eine Veranstaltung der GEPA – The fair Trade Company (der größte europäische Importeur fair gehandelter Lebensmittel und Handwerksprodukte aus den südlichen Ländern der Welt) gestoßen, bei der eine Repräsentantin aus Honduras anwesend war, die von dem Projekt des Kaffeeanbaus der GEPA direkt vor Ort auf Spanisch berichtete. Dies wurde dann von einer Dolmetscherin direkt ins Deutsche übersetzt. Diese Veranstaltung war sehr interessant, da wir zu Hause verschiedene Produkte von GEPA haben, wie zum Beispiel Schokolade, und ich es spannend finde, Einblicke in das Leben der Menschen zu bekommen, die diese Produkte für uns verarbeiten und herstellen. Auch die Dolmetscherin bei ihrer Arbeit zu beobachten, fand ich persönlich faszinierend. Außerdem waren wir noch bei einer Vorlesung in einem Lesezelt und haben uns mit verschiedenen Menschen sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch unterhalten. Rückblickend kann ich sagen, dass mir die Buchmesse sehr gut gefallen hat und ich jederzeit wieder hingehen würde.

Julia

Weit über 7.000 Aussteller aus über 100 verschiedenen Ländern auf einer Ausstellungsfläche von ungefähr 170.000 m² verteilt auf mehrere Hallen – ich persönlich war zuvor noch nie auf der Frankfurter Buchmesse gewesen und war allein schon von ihrer Größe so begeistert, dass ich die Zeit total vergessen und die Veranstaltung, die ich ursprünglich besuchen wollte, verpasst habe. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort war ich aber dennoch, denn ich hatte wie Leon auch, das Glück am Thalia-Stand als Siebte in der Schlange zu stehen und eines von zehn Exemplaren des neuen Buches von Gisa Pauly (mit Signatur!) zu ergattern. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut. An einem anderen Stand habe ich dann auch noch Popcorn geschenkt bekommen, was ich ebenfalls unglaublich toll fand. Außerdem wurde mir eine Menge verschiedener Leseproben von den neuesten Büchern zugesteckt, die mir bestimmt bei meinem nächsten Bücherkauf helfen werden. Ich finde, dass der Besuch der Frankfurter Buchmesse sich allemal gelohnt hat und für jeden empfehlenswert ist, da die Bandbreite der Aussteller sehr groß und deshalb für jeden etwas dabei ist. Zusätzlich muss ich auch noch anmerken, dass sich die Zugfahrt zurück nach Aschaffenburg, auf der sich alle über ihre persönlichen Erlebnisse austauschten, als äußerst amüsant erwies.

Vivien

Der Besuch der Frankfurter Buchmesse 2019 war ein voller Erfolg. Wann kann man schon bekannte Autoren hautnah erleben? Oder ganz in Ruhe an einem Stand stöbern und mit den Verlagsvertretern ins Gespräch kommen? Frau Bauer-Seibt und ich ließen uns das Interview mit Dörte Hansen nicht entgehen, das live im ZDF ausgestrahlt wurde. Nach dem Erfolg ihres ersten Romans „Altes Land“ war ihr beim zweiten Buch „Mittagsstunde“ eher schwer gefallen, den richtigen Ton zu finden. Sie musste sich erst wieder in ihre Figuren hineindenken, sie genau beobachten, ihnen Raum geben, um  sich entwickeln zu können: Sie lasse sich gern von ihren Figuren überraschen. Interessant waren auch ihre Aussagen zu ihrem Schreibprozess: Sie schreibe zwar nicht in einem Rutsch, sondern „stolpere von Anfang bis Ende“, sehr zum Leidwesen ihrer Familie. Brav klatschten wir Zuschauer beim Abspann. Anschließend schlenderten wir quer durch die Hallen:

Auch Jonas Jonasson statteten wir einen Besuch ab, gingen an Katharina Adler vorbei, die mit der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan über ihr neues Buch „Ida“ diskutierte, und scheiterten, dem Interview mit Juli Zeh zu lauschen. Wir ließen uns einfach treiben und inspirieren – das kann man nirgends besser als auf der Buchmesse.

Dr. Anja Meußer