Junge AbiBac-Stimmen beim Deutsch-Französischen Seminar in Fischbachau
Vor rund 25 Jahren legte ein deutsch-französisches Regierungsabkommen den Grundstein für das AbiBac an bayerischen Gymnasien. Seither eröffnet dieser besondere Bildungsweg Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, gleichzeitig die deutsche Hochschulreife und das französische Baccalauréat zu erwerben. Dieser renommierte bilinguale Schulabschluss spiegelt die besondere Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit wider. In Unterfranken bietet ausschließlich das Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg die Möglichkeit, das AbiBac abzulegen. In unserem aktuellen Jahrgang der 12. Klassen haben sich 15 Schülerinnen und Schüler, die Französisch als erste oder dritte Fremdsprache lernen, für diesen anspruchsvollen Doppelabschluss entschieden. Leonhard Füller ist einer dieser besonders engagierten jungen Menschen. Nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch im Herbst wurde er als einer von bayernweit fünf AbiBac-Schülern zur Teilnahme am Deutsch-Französischen Seminar eingeladen.

Dieses Seminar, das von der Bayerischen Staatskanzlei in Zusammenarbeit mit dem französischen Generalkonsulat und dem Institut français organisiert wird, ist ein „Kind“ des Elyséevertrags, den Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle am 22. Januar 1963 unterzeichneten. Es wurde vom damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel zum fünften Jahrestag des Elyséevertrags ins Leben gerufen. Seitdem treffen sich dort jährlich im Januar höhere bayerische Beamte und Richter zu einem Meinungsaustausch mit prominenten französischen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft und Kultur. Dementsprechend vielfältig sind die hochkarätigen Vorträge und Diskussionsrunden zu Themen wie beispielsweise in diesem Jahr La francophonie comme vecteur d’influence mit einem Vortrag von Christophe Gigaudaut, Délégué aux affaires francophones, der, wie weiter unten beschrieben, die Reise nach Bayern für einen weiteren Vortrag an der LMU nutzte, oder La situation des médias dans une Europe confrontée à la multiplication des menaces et de défis. Zu dieser Thematik, die uns auch im schulischen Bereich durch die rasante Entwicklung der KI zunehmend herausfordert, diskutierten Carolin Ollivier (Directrice de l’information d‘ Arte), Isabelle Lasserre (Journalistin der französischen Zeitung Le Figaro) und die ARD-Journalistin Barbara Kostolnik.
Eine weitere Besonderheit dieses Seminars: es wird nur französisch gesprochen! Wir beide genossen es, für einige Stunden in die Sprache einzutauchen und auf Französisch sehr bereichernde Gespräche zu führen. Der krönende Abschluss für die fünf AbiBac-Schülerinnen und -Schüler: das Mittagessen am Tisch des französischen Generalkonsuls. Alexandre Vulic, der im vergangenen Schuljahr unser Gymnasium anlässlich der Eröffnungsfeier des Jubiläumsjahres besucht hat, und seine Mitarbeiter nahmen sich viel Zeit für das Gespräch mit den jungen Europäern und zeigten ernsthaftes Interesse an deren Ansichten und große Wertschätzung für ihr Engagement. Wir beide bedanken uns herzlich für die Möglichkeit, an dieser großartigen Veranstaltung teilzunehmen.
Im Folgenden nun erste Eindrücke von Leonhard, der seine Teilnahme am Deutsch-französischen Seminar mit Bravour meisterte, in der Diskussionsrunde engagiert und sehr überzeugend seine Meinung vertrat und unsere Schule in herausragender Weise repräsentierte:
„Erster Stopp auf dem Weg zum AbiBac-Seminar in Fischbachau: bei einer Rencontre autour de la Francophonie am Romanistischen Seminar der LMU diskutierte das Publikum – Dozenten und Studierende der Universität, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und interessierte Frankophile – mit Christophe Gigaudaut, Délégué aux affaires francophones au Ministère de l’Europe et des affaires étrangères. Eine tolle Möglichkeit, mit einem französischen Diplomaten ins Gespräch zu kommen!“

„Nach einem ersten Kennenlernen am Vorabend wurde es am folgenden Tag besonders spannend: gemeinsam mit vier weiteren AbiBac-Schülerinnen und -Schülern aus München, Erlangen und Nürnberg diskutierte ich engagiert vor großem Publikum und Vertreterinnen und Vertretern aller bayerischen Ministerien. Moderiert wurde die Diskussion von der BR-Journalistin Barbara Kostolnik.“

Bravo, Leonhard, et félicitations à tous les AbiBacheliers participants ! Et un très grand merci au Consulat général de France et à la Chancellerie d’État de Bavière pour l’invitation au Séminaire de Fischbachau !
Leonhard Füller (12. Jgst.) und StDin Sabine Thibaud


