Erasmus+ verbindet – Spanien und Aschaffenburg

Wer Spanien mit Sonne, Sangria und Siesta verbindet, wird im Norden des Landes überrascht. Hier zeigt sich das Land von einer anderen, raueren und grüneren Seite. Doch genau dort lässt sich ein Spanien entdecken, das sich viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt hat. Und so starteten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9d im März 2026 nach Kantabrien, mit Regenjacken und Schirmen im Gepäck, aber auch voller Aufregung und Vorfreude auf die gemeinsame Woche an unserer Partnerschule und in den spanischen Gastfamilien. Mit dem Flugzeug ging es von Frankfurt nach Bilbao und dann weiter mit dem Reisebus nach Revilla de Camargo in der Nähe von Santander.

In der Schule erwarteten uns täglich vielfältige Aktivitäten, die sich an den Lernzielen unseres Erasmus+ Programms orientierten. Schwerpunkte waren interkulturelles Lernen, sprachliche Förderung, Umweltbildung, Nachhaltigkeit sowie soziale Inklusion.
Bereits am ersten Tag stand die gelungene Integration der deutschen Gruppe in den spanischen Schulalltag im Mittelpunkt. Nach dem offiziellen Empfang durch die Schulgemeinschaft fanden verschiedene Kennenlernaktivitäten statt, die den direkten Austausch zwischen den deutschen und spanischen Jugendlichen förderten.
Ein zentraler Bestandteil der Woche war der intensive Einblick in das spanische Bildungssystem. Die spanischen Schülerinnen und Schüler präsentierten ihre Schule, die Organisation des Unterrichts, bilinguale Bildungsangebote sowie laufende Schulprojekte. Dieser Austausch ermöglichte ein besseres Verständnis unterschiedlicher europäischer Bildungssysteme und förderte gegenseitigen Respekt und Offenheit. Auch unsere deutschen Schülerinnen und Schüler stellten später ihre Heimatstadt Aschaffenburg, ihre Schule sowie den deutschen Schulalltag vor und entwickelten dabei ihre Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten weiter.
Ein besonderer kultureller Schwerpunkt lag auf dem Thema Antoni Gaudí und dem europäischen Kulturerbe. Im Rahmen des bilingualen Programms präsentierten spanische Schülerinnen und Schüler ihre Projektarbeiten. Besonders beeindruckend waren die selbstgebauten Architekturmodelle seiner bekanntesten Bauwerke. Den Höhepunkt dieser Lerneinheit stellte eine Exkursion nach Comillas mit der Besichtigung von „El Capricho de Gaudí“ dar. Während einer englischsprachigen Führung und einer anschließenden Gruppenaktivität konnten die Schülerinnen und Schüler Architektur unmittelbar erleben.

Das Thema nachhaltiger Konsum wurde in der Aktivität „Snack Lab“ aufgegriffen, bei der Schülerinnen und Schüler gesunde und nachhaltige Snacks vorbereiteten und dabei gezielt auf Plastikvermeidung achteten. Hier wurden Umweltbildung, Gesundheitsförderung und praktische Alltagskompetenzen sinnvoll miteinander verbunden.
Am Wochenende erkundeten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam Santander, die Hauptstadt Kantabriens. Die wunderschöne Strandpromenade und die ersten Frühlingssonnenstrahlen verleiteten einige der Jugendlichen sogar zu einem ersten Bad im kalten Atlantik. Die Regenjacken und Schirme waren während unseres Aufenthalts nur einmal in Gebrauch.
Mit vielen neuen Erfahrungen und kantabrischen Spezialitäten im Gepäck, hieß es nach einer ereignisreichen Woche Abschied nehmen. Aber nicht für lange, denn im Oktober stand der Gegenbesuch der Spanier in Aschaffenburg an.
Auch die Woche am Dalberg-Gymnasium stand ganz im Zeichen des Erasmus+ Lernprogramms. Die Spanier besuchten Unterrichtsstunden, an denen sie aktiv teilnahmen und sich mit den deutschen Schülerinnen und Schülern austauschen konnten. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Demokratiebildung und Nachhaltigkeit.

Auf einer digitalen Stadtrally lernte die spanische Gruppe die Stadt Aschaffenburg kennen. Außerdem besuchten sie den unverpackt Laden ADAMfairkaufen und erhielten dort einen Einblick in nachhaltige Lebensmittelproduktion.
An einem Vormittag begaben sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren deutschen Austauschpartnern auf einen SDG-Walk durch Aschaffenburg. Im Rahmen eines Projekts des JUKUZ Aschaffenburg bemalten Jugendliche 17 Stromkästen mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN. Anhand dieser Kästen begaben wir uns mit Frau Schurse vom Weltladen auf einen Spaziergang durch die Stadt und kamen an den verschiedenen Stationen ins Gespräch über die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Auch diesmal hieß es nach einer Woche Abschied nehmen – von neu gewonnenen Freunden, gemeinsamen Erlebnissen und einer Zeit, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Doch auch wenn der Austausch endet, muss der Kontakt nicht abreißen. Dank Nachrichten, Videoanrufen und sozialen Medien ist es heute einfacher denn je, über Ländergrenzen hinweg in Verbindung zu bleiben. Und wer weiß: Vielleicht ist das nächste Wiedersehen schon näher, als gedacht.
(CS)

