„Frauen können alles, sie müssen es nur ausprobieren!“

Ein Gespräch mit Dr. Jutta Trube und Gisela Eichfelder am Dalberg-Gymnasium

„Geschlechter in Gesellschaft und Arbeitswelt“ lautet ein Thema im Lehrplan des Faches Politik und Gesellschaft in der 13. Jahrgangsstufe des Gymnasiums. Der promovierten Physikerin und Elektrotechnikerin Dr. Jutta Trube sowie der Psychiaterin Gisela Eichfelder gelang es am 27. Oktober 2026, den Schülerinnen und Schülern des Leistungsfaches Politik und Gesellschaft sowie dem Studienseminar des Dalberg-Gymnasiums dieses Thema auf spannende und anschauliche Weise näherzubringen.

Zu Beginn stellte Frau Dr. Trube die weltweit agierende NGO Zonta International vor, der bereits 1919 als Netzwerk berufstätiger Frauen in verantwortungsvollen Positionen gegründet wurde und heute 25.000 Mitglieder in 64 Ländern zählt. Sie erläuterte das Engagement der Clubs für Frauen in Führungspositionen und veranschaulichte dieses anhand von Beispielen aus ihrer eigenen beruflichen Laufbahn. Zonta International unterstützt Frauen unter anderem durch Mentoringprogramme und die Vergabe von Preisen. Auch der Einfluss bei Institutionen wie den Vereinten Nationen, dem Europarat und dem Deutschen Frauenrat ist nicht zu unterschätzen.

Frau Eichfelder widmete sich insbesondere der Kampagne „Zonta says NO“, die Gewalt gegen Frauen in den Fokus rückt. Weltweit ist etwa ein Drittel aller Frauen im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen, häufig von häuslicher Gewalt. Seit der Verabschiedung der Istanbul-Konvention durch den Europarat im Jahr 2011 ist das Thema verstärkt in der öffentlichen Wahrnehmung präsent. Die von Frau Eichfelder genannten Zahlen sind erschreckend: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt. Dabei ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Anhand von Beispielen aus ihrer beruflichen Praxis verdeutlichte Frau Eichfelder die Problematik und stellte zugleich konkrete Hilfsangebote vor. Dazu gehören beispielsweise Papiertüten, die in Bäckereien ausgegeben werden und Telefonnummern von Beratungsstellen und anderen Hilfsorganisationen enthalten.

Im anschließenden Gespräch beantworteten die beiden Referentinnen engagiert die Fragen der Anwesenden. Dabei wurde deutlich, wie sehr ihnen die behandelten Themen am Herzen liegen. Während Frau Eichfelder abschließend noch einmal die Bedeutung von Netzwerken hervorhob, in denen Frauen und Männer gemeinsam aktiv werden, betonte Frau Dr. Trube, dass Frauen alles erreichen können, wenn sie den Mut haben, es auszuprobieren.

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Mitglieder des Studienseminars hatten die Gelegenheit, zwei beeindruckende Frauen kennenzulernen, deren berufliche Werdegänge und gesellschaftliches Engagement ihnen als Vorbilder dienen können. Es waren 90 Minuten, die sicherlich in Erinnerung bleiben werden.


Dr. Martin Trageser