Probefahrt Bad Homburg Herbst 2026

18. Oktober 2026 / in , Musik /

„Ein Leb’n lang nur zur Bewegungslosigkeit erzog’n, der Pflicht entbund’n und sediert“ (Oliver Gies: #lautsein) – nein, diese Stelle aus einem der in der Jugendherberge Bad Homburgs einstudierten Liedes trifft so gar nicht auf die knapp über einhundert Sängerinnen und Sänger des Dalberg-Gymnasiums zu. Sie sind engagiert, haben und zeigen ihre Meinung. So heißt es denn auch in allen Stimmen, vom Sopran bis zum Bass, von den Acht- bis zu den Dreizehntklässlern: „Laut sein, um all den Hass und all die Wut zu übertön’n (…) Laut sein, um uns nich‘ ans Schweig’n zu gewöhn’n.“ Diesen Anspruch findet man auch in dem Chorsatz „You’re the voice“ von John Farnham, arrangiert von Oliver Gies, wieder, wenn es heißt: „We’re not gonna sit in silence, we’re not gonna live with fear.“

In dem sechsstimmigen Satz „A child’s prayer“ von Paulīna Bārda wurden in den zunächst herrlich-sonnigen, dann regnerischen Herbsttagen auch ruhigere Töne angeschlagen: „So that Thy divine love may descend to keep me warm.“ Dies gilt natürlich in besonderem Maße für die für vierstimmigen Chor gesetzten Weihnachtslieder „Nun sei uns willkommen“ und „Vom Himmel hoch, da komm ich her“.

Die von allen mit Freude beobachteten Eichhörnchen des weitläufigen Jugendherbergsgartens zeigten tollkühne Sprünge, die Nuss im Mäulchen, unterwegs zu zahlreichen Verstecken. Nicht alle Nüsse werden sie wiederfinden. Besser sieht es diesbezüglich mit den musikalischen Schätzen aus, die in unmittelbarer Nähe des Bad Homburger Schlossgartens in die Köpfe der Sängerinnen und Sänger gepflanzt wurden. Anlässlich des Advents- und des Frühjahrskonzertes werden diese zum Vorschein geholt, etwas aufpoliert und auf der Bühne zum Strahlen gebracht.

Da ist das, was über die Musik hinaus aus den Probentagen mitgebracht wurde, eine gute Grundlage. Freude über das gute Essen, die vielen Erlebnisse mit den Freundinnen und Freunden, das gänzlich unproblematische Hineinwachsen von Neulingen, die gegenseitige Unterstützung und Anerkennung, das Aufeinanderhören, die Ernsthaftigkeit der Bemühung, die zu beglückenden musikalischen Momenten und zum Zusammenschweißen der Gruppe führte.

(DS)

Tabea B. (Q12)